“ Wir erhalten durch einen Meteoriten die einzig mögliche Berührung von etwas, das unserem Planeten fremd ist. Gewöhnt, alles nichttellurische nur durch Messung, durch Rechnung, durch Vernunftschlüsse zu kennen, sind wir erstaunt, zu betasten, zu wiegen, zu zersetzen, was der Außenwelt angehört“ Alexander von Humboldt Kosmos,BndI. Cotta 1845, S. 142.
Donnersteine, Wolkensteine, Feuerkugeln, fallende Steine, Sternschnuppen, Meteorsteine, fliegende Steine, Meteore und Meteorite. Viele Namen bezeichnen die einstmals unerklärbaren, wunderlichen aber auch beängstigenden Erscheinungen am Himmel. Auch in unserer heutigen Zeit der allgemeinen wissenschaftlichen Aufklärung haben die Ursprungsobjekte und Erscheinungen der "Außenwelt" nichts an ihrer Faszination verloren, Alexander von Humboldts Ausführung gilt uneingeschränkt.
Unser Sonnensystem hat sich vor über 4,5 Milliarden Jahren aus Bestandteilen von unterschiedlicher Materie gebildet. Hierbei bildeten sich durch gravitative Prozesse neben unserer Sonne gleichfalls die Planeten. Im ersten Stadium der Bildung dieser großen Festkörper entwickelten und entmischten sich unterschiedliche Elemente, welche über gigantische Zeitspannen hinweg ihren Platz innerhalb dieser Festkörper einnahmen. So bestehen die Kerne der Planeten in unserem Sonnensystem aus schwerem Metall. Die Hülle der Planeten wird aus silikatreichem Material gebildet. So erklären sich grob gesagt Eisenmeteorite als Material eines Kernbereiches, Stein-Eisen- bzw. Steinmeteorite als feste Materie eines Mantelbereiches ehemals existenter Festkörper.
Die heute auf der Erde bekannten Meteorite stammen zu über 99% aus unserem eigenen Sonnensystem, namentlich aus dem Asteroidengürtel. Der Asteroidengürtel stellt ein breites Band von Festkörpern dar und liegt im Bereich zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter. Hier sind unzählige Materiekörper, vom allerwinzigsten Korn bis hin zum Planetoiden mit mehreren Kilometern Durchmesser im Laufe um die Sonne. Im Umfeld der Asteroiden kommt es immer wieder zu Zusammenstößen und somit zu kleineren und größeren Zerstörungen von Festkörpern; Daraus ergeben sich ständig Bahnablenkungen bzw Bahnänderungen. Und so geschieht es, dass Festkörper aus dem Asteroidengürtel nach evtl. Jahrmillionen Jahren Flug in die Flugbahn unserer Erde geraten. Derartige „Erdbahnkreuzer“ werden Meteoroide genannt. Gelangt ein solcher Festkörper jetzt in die Atmosphäre der Erde und erreicht gar die Erdoberfläche, bezeichnet man dieses Überbleibsel als Meteorit.
Ein kleiner Teil des vorhandenen meteoritischen Materiales (primitive Steinmeteorite) stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus den Überresten vergangener Kometen. Derartig erklärbar sind die sich jährlich wiederholenden Meteoritenschwärme (z.B. Perseiden, Leoniden ect.). In einigen wenigen Meteoriten ließen sich „fremde“ Isotopenverhältnisse nachweisen, d.h. das die dort vorhandenen Strukturen in keinem bisher bekannten Material unseres Sonnensystems gefunden wurden, und zwar namentlich in: Meteorit Allende (Fund Mexiko, kohliger Chondrit mit allerwinzigsten Diamantbeimischungen mit Krypton-, Xenon- und Stickstoffgehalt) sowie Meteorit Murchison ( Fund Australien, Chondrit ). Diese beiden Meteorite stammen höchstwahrscheinlich aus anderen Sonnensystemen. (Quellenangabe: Gottfried Kurz)
Oktaedrite: Diese zeigen bei Anätzung so genannte Widmanstättensche Figuren. Der Nickelanteil dieser Meteorite hat sich durch sehr sehr langsame Abkühlung in zwei Bereiche ausgebildet. Somit wird dies sichtbar; Es zeigt sich ein Strukturgerippe aus Kamazit, Plessit und Taenit. Diese Figuren haben die Anordnung eines Oktaeders.
Hexaedrite: Diese können beim Anätzen keine Widmanstättensche Figuren zeigen. Der Nickelgehalt ist gering.
Ataxite: Auch diese zeigen keine Widmanstättenschen Figuren beim Anätzen. Sie sind in ihrer Matrix sehr fein und haben einen hohen Gehalt an Nickel.
Chondrite: Diese Steinmeteorit enthalten in ihrer Matrix sogenannte Chondren, dies sind kleine Kügelchen mit silikatreichem Inhalt. Die Größe dieser Chondren variiert von zehntel Millimetern bis mehrere Millimeter Durchmesser. Es gibt einige Unterschiedliche teils strittige Theorien über deren Entstehung, wobei es festzustellen gilt, dass es Gesteine mit Chondren auf der Erde nicht gibt. Die Chondrit – Steinmeteorite werden darüber hinaus in weitere Untergruppen gegliedert: H, L und LL (chemische Unterschiede beispielsweise im Eisengehalt ect.).
Achondrite: Steinmeteorite OHNE Chondren. Auch diese werden wiederum – entsprechend ihrer chemischen Zusammensetzung- in unterschiedliche Untergruppen gefasst (z.B. Aubrite, Angrite, Ureilite ect.)
Pallasite: Diese Meteorite zeigen in ihrer metallischen Matrix Einschlüsse von Olivinkristallen (wenige auch Pyroxenkristalle). Der Metallanteil zeigt beim Anätzen Oktaedrite. Derartige Meteorite sind relativ selten.
Mesosiderite: Diese beinhalten Silikate und Nickeleisen. Derartige Meteorite sind relativ selten.
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Steinmeteorit Sammlerstück aus der Sahara. Dieser Chondrit zeichnet sich durch seine schönen, glatten Partien aus. Gefunden wurde diese Fragmente 1999 in der algerischen Wüste bei al Igidi. Abbildung zeigt Farbe und Struktur dieses Steinmeteoriten. Lieferungen sind in Form & Größe abweichend zum Foto.
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